Antwort der BFF-Fraktion - Bürgerbündnis für Frankfurt An den Pfälzerwald-Verein e.V. Ortsgruppe Ffm 21. Mai 2004 Sehr geehrte Frau Steinhäußer, haben Sie vielen Dank für Ihren Brief samt der Kopie des Schreibens an die Oberbürgermeisterin. Dem Inhalt kann ich vorbehaltlos zustimmen, im Rahmen meiner Möglichkeiten werde ich Ihr Anliegen unterstützen. Darauf können Sie sich verlassen. Nur in einer Beziehung möchte ich Ihnen widersprechen: Von einem „verzweifelten Ringen um Haushaltskonsolidierung kann nicht wirklich die Rede sein. Zumindest unsere Stadt hat nicht zu wenig Geld, es wird nur falsch damit gewirtschaftet. Es ist eine Schande, dass diese Misswirtschaft nun immer stärker Natur- und Landschaftsschutz in Mitleidenschaft zieht. Es ist bekannt, dass meine kleine Fraktion sich sehr glaubwürdig und konsequent dagegen wehrt. Zu Ihrer Information werde ich Ihnen künftig unsere mehrfach im Jahr erscheinende Fraktionsinformation „FREIZEICHEN zusenden. Dies erfolgt kostenlos und unverbindlich für Sie. Wenn Sie oder Ihr Verein konkrete oder aktuelle Anliegen haben, wenden Sie sich bitte an mich oder das BFF-Büro. Wir arbeiten bürgerorientiert, testen Sie es! Einstweilen Ihnen und Ihrem Verein guten Erfolg und schöne Wanderungen in der Frühlingssonne! Mit freundlichen Grüßen Ihr Wolfgang Hübner | ||||||||
Antwort der CDU-Fraktion - Christlich Demokratische Partei CDU CDU_Fraktion Frankfurt am Main Pfälzerwald-Verein e.V. Ortsgruppe Frankfurt a. M. Frau Iise Steinhäußer Offenbacher Landstraße 68 60599 Frankfurt am Main 2. Juni 2004 Fe/ Sehr geehrte Frau Steinhäußer, für das Anschreiben der Ortsgruppe Frankfurt am Main des Pfälzerwald-Vereins zur Hessischen Forstreform und den Auswirkungen auf den Frankfurter Stadtwald bewir uns sehr herzlich. Wir teilen Ihre Meinung, daß die Bedeutung des Stadtals Erholungsgebiet und Naturraum mit vielfältigen ökologischen Funktionen sehr hoch einzuschätzen ist. Daher sehen wir uns auch verpflichtet, den Stadtwald naturnah und nachhaltig zu bewirtschaften. Gerne nehmen wir zu den von Ihnen angesprochenen Punkten Stellung. Lassen Sie mich, bevor ich auf den Frankfurter Stadtwald eingehe, als Vorbemerkung einige Aussagen zur nachhaltigen Waldbeund zu Hessischen Forstreform machen. Der heute in vielen Handlungsfeldern angewandte Begriff des nachhaltigen Wirtschaftens hat seinen Ursprung in der Forstwirtschaft und wurde von den europäischen Forstministern 1993 so beschrieben: "Unter nachhaltiger Bewirtschaftung wird die Bewirtschaftung und Nutzung der Wälder auf eine solche Weise und mit einer solchen Intensität verstanden, daß sie ihre biologische Vielfalt, ihre Produktivität und ihre Erneuerungsfähigkeit behalten sowie ihre Fähigkeit, jetzt und in Zukunft die ökowirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Aufgaben auf lokaler, regionaler und weltweiter Ebene [zu] erfüllen." Diese Definition sehen auch wir als Leitfaden für den Umgang mit dem Frankfurter Stadtwald. Die Hessische Forstreform reagiert auf die wirtschaftlichen Faktoren des Waldes und den zu seiner Pflege notwendigen Aufwand, gewährleistet allerdings unserer Einschätzung nach das gesamte beschriebene Zieldreieck. Dies deshalb nur als Vorbemerkung, da aufgrund der Historie der Frankfurter Stadtwald von der Forstreform nicht betroffen ist und nach wie vor eigenständig von der Stadt Frankfurt am Main selbst bewirtschaftet wird. Wie Sie aus eigener Erfahrung wissen, bewirtschaftet die Stadt Frankfurt am Main den Stadtwald seit langer Zeit nach nachhaltigen Kriterien. Standortgerechte BaumVermeidung von Kahlflächen, Vermeidung von Chemieeinsatz, angepaßte Wildbestände, möglichst keine Bodenbearbeitung und Ausnutzung von Naturverjünsind nur einige Beispiele für das fachgerechte und schonende Vorgehen. Dazu gehört auch die Zertifizierung des Stadtwaldes nach den Kriterien des PEFC, die von der CDU-Fraktion angestoßen wurde. Weiterhin steht mit dem Stadtwaldhaus ein lebendiges Informationszentrum zur Verfügung, das auf die Fauna und Flora des Waldes aufmerksam macht und die Besucher zu einem naturgerechten Verhalten anhält. Natürlich dürfen im Umgang mit dem Stadtwald auch wirtschaftliche Faktoren nicht vernachlässigt werden. Selbstverständlich ist das für die Bewirtschaftung verantwortliche Grünflächenamt mit seiner Forstabteilung auch gehalten, durch einen verträglichen Holzeinschlag Deckungsbeiträge zu erwirtschaften und insgesamt kostenbewusst und wirtschaftlich zu handeln. Die erzielten Einnahmen verbleiben im Budget des Stadtwaldes und kommen der Pflege des Waldes wieder zugute. Angesichts der finanziellen Situation der Stadt Frankfurt ist dabei auch nicht unwichtig, daß durch die Einnahmen der Zuschuß für den Stadtwald aus dem allgemeinen Haushalt reduziert wird. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die jüngst vollzogene Eingliederung des Forstamtes in das Grünflächenamt zu sehen, mit der ohne Einbußen an Qualität Kosten gesenkt werden konnten. Zusammenfassend ist zu sagen, daß der Frankfurter Stadtwald sich hinsichtlich seiner ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufgaben in einem gesunden Gleichgewicht befindet. Es ist Ziel auch der CDU-Fraktion, dies für die Zukunft zu bewahren, so daß auch für unsere Kinder der Stadtwald als großzügiger und schöner Erholungsraum mit all seinen weiteren Funktionen .und Naturerlebnissen erhalten bleibt. Mit freundlichen Grüßen Uwe Becker Fraktionsvorsitzender | ||||||||
Antwort der Fraktion Die Grünen im Römer Die Grünen im Römer
Frankfurt, den 7.6.2004 An den Pfälzerwald-Verein eV. Ortsgruppe Frankfurt a. M. Offenbacher Landstr. 68 60599 Frankfurt am Main -__ Hessische Forstreform Ihr Schreiben vom 18.5.2004 Sehr geehrte Damen und Herren, wir danken für Ihr o.g. Schreiben bezüglich der Hessischen Forstreform und die Auswirkungen auf den Frankfurter Stadtwald. Als Grüne Fraktion im Frankfurter Römer und im Hessischen Landtag teilen wir Ihre Sorgen um die zukünftige Erholungsqualität der Wälder. Die Hessische Landesregierung bestrebt mit ihrer Reform eine Neustrukturierung der Forstwirtschaft, die alleine wirtschaftliche Ziele dienen soll. So werden bis Anfang 2005 die Forstämter in der Anzahl reduziert und gleichzeitig vergrößert, und die Anzahl der Waldpfleger und Waldmitarbeiter werden nahezu auf die Hälfte reduziert. Die Landesregierung will vereinfacht ausgedrückt, dass die Wälder im Hessen als "Holzhackerwirtschaft" schwarze Zahlen schreiben. Die Grünen im Hessen bemühen sich weiterhin um die Ablehnung dieser Reformpläne. Im Römer verfolgen wir die Entwicklung, bewerten die Konsequenzen für den Raum Frankfurt und sind aktiv an der Kritik. Mit freundlichen Grüßen DIE GRÜNEN IM RÖMER Kim Bartelt Fraktionsmitarbeiter GLS Gemeinschaftsbank eG mit Ökobank KTO.-NR. 8013921200, BLZ 43060967 Internet: www.Gruene-frankfurt.de | ||||||||
Antwort der SPD-Fraktion - Sozialdemokratische Partei Deutschlands Sozialdemokratische Fraktion im Römer Frankfurt Pfälzer-Wald Verein e. V. Ortsgruppe Frankfurt am Main Offenbacher Landstraße 68 60599 Frankfurt am Main Frankfurt, den 28. Juni 2004 Hessische Forstreform und Auswirkungen auf den Frankfurter Stadtwald - Ihr Schreiben vom 18. Mai 2004 Sehr geehrte Damen und Herren, herzlichen dank für Ihren Brief, in dem Sie sich für den Erhalt des Waldes als Naherholungsgebiet und gegen die einseitig an betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgerichtete Forstwirtschaft richten. Bei dem Frankfurter Stadtwald handelt es sich um mehrere Waldungen, die sich in der Verwaltung und forstwirtschaftlichen Nutzung der Stadt Frankfurt am Main befinden. Wir, die SPD-Fraktion im Römer teilen mit ihnen die Auffassung, dass es sich mit dem Stadtwald um ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Frankfurterinnen und Frankfurter handelt, der schon all eine aus diesem Gesichtspunkt heraus schützenswert ist. Darüber hinaus ist er auch ein so genannter weicher Standortfaktor, denn er trägt wesentlich für die Lebensqualität der Frankfurter Bevölkerung bei. Die Forstreform der Hessischen Landesregierung hat merkliche Auswirkungen im Hessischen Staatsforst. Der Frankfurter Stadtwald ist hierbei allerdings nur wenig und mittelbar betroffen, denn bis auf einige sehr kleine Naturschutzgebiete in unserem Wald wird er durch die Stadt Frankfurt unterhalten und durch das städtische Forstamt gepflegt und bewirtschaftet. Als Stadtverordnetenfraktion konnten wir in der derzeitigen Legislaturperiode erreichen, dass unser Wald nach den PEFC-Richtlinien bewirtschaftet wird. Damit wird sichergestellt, dass kein Raubbau am Wald stattfinden kann. Holz, dass aus unserem Wald vermarktet wird, trägt dieses Gütesigel (PEFC). Um es weiterhin tragen zu dürfen wird der forstwirtschaftliche Betrieb daher von unabhängigen Fachleuten begutachtet, die auch Einfluss im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung nehmen können. In den Umweltpolitischen Leitlinien der Stadt Frankfurt am Main wird auch der Wald berücksichtigt. Darin heißt es unter anderem: "Mit ca. 4600 ha ist der Frankfurter Stadtwald eine der großen kommunalen Waldbesitzungen in Deutschland. Allerdings mindern die starken Zerschneidungen durch Verkehrsstraßen (...) dessen Nutz-, Schutz- und Sozialleistungen. Zum langfristigen Erhalt der Multifunktion des Waldes darf seine Fläche nicht weiter beschnitten werden, und die letzten zusammenhängenden Waldstücke dürfen nicht durch neue Verkehrsstraßen aufgerissen werden (...)". Die umweltpolitischen Leitlinien sind in der Sitzung der Stadtverordnetenversammam 17. Juni 2004 beschlossen worden. Auf die Maßnahmen der Hessischen Landesregierung können wir leider aus der Stadt Frankfurt heraus keinen Einfluss nehmen. Wir teilen Ihre Sorge, dass durch die willkürlichen Kürzungen der Wald bestand in Hessen Schaden nehmen wird. Schon heute arbeiten die Forstarbeiter im hessischen Staatsforst bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Weiterer Personalabbau schadet dem Wald sowohl als Wirtschaftsbetrieb, wie als Erholungsraum für Menschen und als Biotop der Tiere und Pflanzen. Die SPD-Fraktion im Hessischen Landtag teilt unsere Auffassung. Sie hat mehrere Berichtsanträge zu dem Thema gestellt, die allerdings allesamt auf ihre Beantwordurch den zuständigen Minister warten. Auch dies macht deutlich, wie gering das Thema durch die CDU-Landesregierung geschätzt wird. Eine Pressemitteilung des SPD-Abgeordneten Bender lege ich diesem Schreiben bei. Der Schutz des Frankfurter Waldbestandes besitzt in der SPD-Fraktion im Römer einen hohen Stellenwert, sollten sie weitere Fragen haben stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Klaus Oesterling Fraktionsgeschäftsführer | ||||||||
Antwort des Büros der Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt Das Büro bedankte sich lediglich für den Eingang des Schreibens und verwies darauf, dass das Grünflächenamt antworten wird. | ||||||||
Antwort des Grünflächenamtes der Stadt Frankfurt STADT FRANKFURT AM MAIN DER MAGISTRAT Grünflächenamt StadtForstFrankfurt Stadtverwaltung (Amt 67). 60275 Frankfurt am Main Auskunft erteilt Herr Divisch Telefon Durchwahl (069)212 - 3 3117 Fax -3 07 08 Zimmer 11 E-Mail stadtforst@stadt-frankfurt.de Ihre Nachricht / Ihre Zeichen vom 17. + 18. Mai 2004 Unsere Zeichen 67.4 Di/FI Aktenzeichen 03.78 Datum: 19. Juli 2004 Pfälzerwald- Verein e. V. Ortsgruppe Frankfurt am Main Offenbacher Landstraße 68 60599 Frankfurt am Main Hessische Forstreform und Auswirkungen auf den Frankfurter Stadtwald Unser Schreiben vom 18. Juni 2004 Sehr geehrte Damen und Herren, über Ihren Brief vom 17. Mai 2004, vom gesamten Vorstand des Pfälzerwald-Vereins -Ortsgruppe Frankfurt- gezeichnet, danke ich Ihnen sehr und habe mich gefreut über Ihr Engagement für unseren Stadtwald, den großen stadtnahen Erholungsraum. Ich verstehe Ihre Sorgen und Nöte den Wald betreffend, die Sie in Ihrem Schreiben genau aufzeigen. Aus politischen Gründen strukturiert das Land Hessen derzeit seine Forstverwaltung um. Auch die Stadt kann sich diesen Prozessen nicht entziehen. So wurde das Forstamt der Stadt aufgelöst und besteht als Abteilung -StadtForst- im Grünflächenamt weiter. Ich kann Ihnen versichern, dass der Stadtwald auch in der Zukunft nachhaltig betreut wird. Unser Fachpersonal achtet permanent und weitsichtig darauf, den Stadtwald für die Bürger zu erhalten. Dass bei der Waldpflege Holz genutzt wird, ist jedoch selbstverständlich und legitim. Vorrangig dient der stadtnahe Wald der Erholung und der Gesunderhaltung der Menschen und erst in zweiter Linie der Holzproduktion. Die vielseitigen Angebote für die Öffentlichkeit haben Sie selbst schon kennen gelernt. Durch die extrem trockene Wetterlage des vergangenen Jahres und auch die mangelnden Niederschläge bis heute, hat es der Stadtwald allerdings zurzeit schwer. Allerdings unterliegt die Natur solchen langfristigen, periodischen Klimaschwankungen häufig. Helfen könnte für diese Vegetationszeit nur ausreichender Niederschlag, der das derzeit bestehende Defizit ausgleicht. Die Bäume des Waldes stehen im Moment in einem Trockenheitsstress und es ist zu befürchten, dass viele in diesem Jahr absterben werden. Auch Schadinsekten konnten sich enorm vermehren und bringen Bäume vorzeitig an ihr Ende. Nicht nur hier im Stadtwald, sondern im ganzen Land Hessen, ja bundesweit zeichnen sich hohe Waldschäden ab. Unsere Forstbeamten bemühen sich, das noch wirtschaftlich nutzbare Holz auf den Markt zu bringen. Dort wo Trocknisschäden aufgetreten sind, wird selbstverständlich wieder aufgeforstet, das Forstgesetz lässt es gar nicht anders zu. Ich bin mir im Besonderen darüber bewusst, dass sich jährlich zwischen fünf bis sechs Millionen Besucher im Stadtwald erholen. Daraus erwächst die Verantwortung, für die nächsten Generationen den Bestand des Waldes sicher zu stellen, der gerade in der Rhein-Main-Region aus den, auch von Ihnen sehr deutlich geschilderten Schutzfunktionen, so wichtig ist. Die multifunknaturnahe Forstwirtschaft und damit der Schutz der Natur hat schon lange Jahrzehnte Tradition für den Frankfurter Stadtwald. Sie wird auch über die Grenzen Frankfurts hinaus nachgeahmt. Ich werde mich auch zukünftig dafür einsetzen, dass dieses Bewirtschaftungssystem zum Wohl der Bürger und des Waldes beibehalten wird und wünsche Ihnen allzeit gute Erholung in unserem Stadtwald. Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag Heldmann | ||||||||