Die hessische Forstreform bedroht die Kontinuität in der Waldbewirtschaftung. Dagegen wendet sich der Deutsche Wanderverband. Der Pfälzerwald-Verein Frankfurt hat deshalb die Oberbürgermeisterin Roth wie folgt angeschrieben: | ||||||||||||||||
PFÄLZERWALD-VEREIN e.V. Ortsgruppe Frankfurt am Main Offenbacher Landstraße 68 60599 Frankfurt 0 69 I 62 96 03 Frankfurt, den 17. Mai 2004 An den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main Frau Oberbürgermeisterin Petra Roth Römerberg 33 60313 Frankfurt Hessische Forstreform und Auswirkungen auf den Frankfurter Stadtwald Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die Dachorganisation der deutschen Wanderer, der Deutsche Wanderverband e. V., hat sich vor wenigen Wochen in die Diskussion über die allenthalben in Gang befindlichen Forstreformen eingeschaltet. Dabei kommt die Sorge über die Zukunft unseres Deutschen Waldes angesichts der begonnenen und geplanten starken Eingriffe in die gewachsenen Strukturen der Forstwirtschaft zum Ausdruck. Auch die seit 95 Jahren in Frankfurt aktive Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins verfolgt die Wandlung der hessischen Forstorganisation in ein rein betriebswirtschaftlich gewinnorientiertes Unternehmen mit großem Unbehagen. Die Pflege und Sorge für eine gesunde Waldstruktur, eine fachlich kompetente und örtlich versierte Betreuung, die Durchführung von Bildungs- und Informationsaktivitäten und die Begleitung von Schutzgebieten sind schon per se von solchem Stellenwert, dass der Aufwand dafür gar nicht größer als der gesamtwirtschaftliche und soziale Nutzen sein kann. Über hunderte von Jahren haben die Verantwortungsträger Weitsicht und Verantwortungsbewusstsein durch umsichtige Forstpolitik und starke Schutzvorschriften bewiesen. Einen solch langfristigen Planungshorizont benötigt der Wald aber auch und auch eine nur vorübergehende kurzsichtige, die Nachhaltigkeit verlassende Politik würde irreparable Schäden verursachen. Nicht von ungefähr stellen wir beim Blick in die Frankfurter Stadtgeschichte fest, dass führende Forstbeamte häufig zu den herausragenden Persönlichkeiten zählten und auch viele Bürgermeister die Pflege des Stadtwaldes zu ihrem persönlichen Anliegen machten. Wir hoffen, dass die amtierende Stadtregierung daraus auch einen Auftrag für sich ableitet. Neben mehreren kleineren Waldbezirken, die alle ihre eigenen lokalen Besonderheiten vorweisen können und überwiegend für die Menschen aus den angrenzenden Stadtteilen von hohem Erhosind, verfügt Frankfurt mit seinem großen zusammenhängenden Stadtwald über ein Refugium von unermesslichem Wert und großer Vielgestaltigkeit. Die Vorstellung, diesen Wald nach rein forstbetrieblichen Gesichtspunkten bewirtschaftet zu sehen, ist für uns unerträglich. Gerade für die Menschen im Ballungsraum ist unser ohne weite Anreise mit öffentlichen Verkehrs mitteln gut erreichbarer Stadtwald ein hohes, nicht immer hinreichend geschätztes Gut. Dabei kommt der Erschließung durch ein weit verzweigtes ausgebautes Wegenetz zentrale Bedeutung zu. Beschilderung oder Kennzeichnung, Besucherlenkung, Pflege der Rast- und Ruheanlagen und frequentierter Punkte sind notwendige Infrastrukturmaßnahmen. Wir bitten Sie daher, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sich dafür einzusetzen, dass die Pfleg der Erholungsinfrastruktur im Frankfurter Stadtwald auch künftig ebenso gewährleistet bleibt wie notwendige Maßnahmen im Bereich des Natur- und Landschaftsschutzes. Das dafür erforderliche Geld ist schon deswegen sehr gut angelegt, weil es sich hier um einen beachtlichen Standortvorteil gegenüber anderen Metropolen handelt. Es ist uns durchaus bewusst, dass Politikerinnen und Politiker derzeit allenthalben in einem gerade zu verzweifelten Ringen um Haushaltskonsolidierung zu noch vor kurzer Zeit undenkbaren Maßzu greifen bereit sind. Der Nutzen, der sich aus einem intakten zusammenhängenden Wald ziehen lässt, ist jedoch so außerordentlich groß, dass seine Vemachlässigung oder gar Teilzerstörung geradezu verantwortungslos zu nennen wäre. Sei es Naherholung, sei es Jugendbildung, sei es Trinkwasserschutz und Hochwasserschutz, Luftreinigung, Klimaausgleich, Lärmschutz, jeder dieser Faktoren würde schon für sich allein allen Einsatz rechtfertigen. Hinzu kommt, dass hier in einem der ältesten ununterbrochen mit Wald bestandenen Landschaftsräume Mteleuropas weitgehend von der Öffentlichkeit unbeachtet eine Kleintierwelt von größter Vielfalt und Seltenheit erhalten geblieben ist, wie diverse Untersuchungen im Laufe der Jahre immer wieder bestätigt haben. Auch dafür tragen wir alle Verantwortung. . Wir möchten Sie daher sehr herzlich bitten, die Erhaltung und kontinuierliche nachhaltige Bewirtschaftung der Frankfurter Wälder und deren Funktionsfähigkeit für Erholung und Naturschutz als verbindliches Ziel der Stadtpolitik festzulegen. Mit freundlichen Grüßen Ilse Steinhäußer Margot Schmitt Joachim Storck Gertrud Behrend Helmut Müller 1. Vorsitzende 2. V orsitzende Wanderwart Rechnerin Beisitzer P.S.: Kopien dieses Briefes stellen wir der zuständigen Dezementin, Frau Ebeling, sowie den Fraktionen zur Verfügung. | ||||||||||||||||
Pfälzerwald-Verein Frankfurt zu "Frankfurt 21" In der Diskussion um das Projekt "Frankfurt 21", das die Untertunnelung des Frankfurter Hauptbahnhofs zum Ziel hat und die Verlegung zahlreicher Bahnstrecken zur Folge hätte, wandte sich der Pfälzerwald-Verein Frankfurt gegen das Vorhaben einer sogenannten Osttangente für die Main-Weser-Bahn,die das bedeutende Streuobstgebiet des Berger Hanges und das Enkheimer Ried schwer beeinträchtigt hätte. Z. Zt. sieht es danach aus, dass die Planungen nicht verwirklicht werden. | ||||||||||||||||
PF ÄLZERW ALD- VEREIN e.V. Ortsgruppe Frankfurt am Main Offenbacher Landstraße 68 60599 Frankfurt Tel 0 69 / 62 96 03 PWV-Info-Telefon 01 72 / 7783066 Frankfurt, den 29.05.2000 Stadt Frankfurt Planungsdezernat Herrn Stadtrat Edwin Schwarz Römerberg 3 60311 Frankfurt Sehr geehrter Herr Stadtrat Schwarz, mit erheblicher Beunruhigung haben wir von Machbarkeitsstudien bezüglich einer so genannten Osttangente erfahren, auf der die Deutsche Bahn AG den Verkehr von und zur Main-Weser-Strecke künftig mit dem geplanten Fernbahntunnel "Frankfurt 21" verknüpfen will. Als Angehörige des Verbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine unterstützen wir alle Bemühungen, die Attraktivität des umweltfreundlichen Verkehrsmittels Bahn zu steigern. Es ist anzuerkennen, dass auf diesem Gebiet - mit erheblicher Unterstützung aus öffentlichen Mitteln - auch schon eine Menge erreicht worden ist. Trotz oder gerade wegen ihrer relativen Umweltfreundlichkeit sollte unseres Erachtens bei der Planung neuer Bahnprojekte die ökologische Verträglichkeit zum Schutz von Mensch und Natur ernsthaft berücksichtigt werden. In der Machbarkeitsstudie "Osttangente" ist dies erkennbar nicht der Fall. In unmittelbarer Nachbarschaft zu dicht besiedelten und durch Industrie und Verkehr bereits stark belasteten Gebieten soll die Neubaustrecke quer durch die Erholungsgebiete des Frankfurter Ostens geführt werden. Entwertet würde der Enkheim-Bischofsheimer Wald, das letzte zusammenhängende Waldstück weit und breit und von entsprechender Bedeutung für Tier und Mensch. Die umfangreichen Schutzmaßnahmen für das Enkheimer Ried wären vergebens gewesen. Letztlich würde auch die jahrhundertealte Kulturlandschaft des Berger Hanges mit ihren Streuobstwiesen untergehen. Es ist uns wohl klar, dass im Ballungsraum Frankfurt nur schwer eine Trassenführung zu finden sein wird, die ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien standhält. Allerdings wurden auch an der Wirtschaftlichkeit des gesamten Projektes bereits erhebliche Zweifel geäußert, die erst noch auszuräumen sind. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass ein Zeitgewinn von nur wenigen Minuten die zu befürchtenden Eingriffe und Beeinträchtigungen rechtfertigen kann, zumal mittlerweile auch Optimierungskonzepte ohne Untertunnelung vorliegen. Wir bitten die Stadt Frankfurt dringend darum, sich in den anstehenden Verfahren für die Erhaltung funktionsfähiger Naturräume im Frankfurter Nordosten und Osten einzusetzen. Mit freundlichen Grüßen Ilse Steinhäußer Margot Schmittt Irene Halbleib Gertrud Behrend Joachim Storck 1. Vorsitzende 2. Vorsitzende Schriftführerein Rechnerin Wanderwart | ||||||||||||||||
Pfälzerwald-Verein Frankfurt zum Ausbau des Rhein-Main-Flughafens Bereits seit 1998 geht das Ringen um die Erhaltung der Wälder südlich es Mains im Zusammenhang mit den Ausbaubestrebungen des Frankfurter Fughafens. Als1998 der Frankfurter Unterwald ins Visier der Fraport-Planer genommen wurde, fasste der PWV Frankfurt in der Jahreshauptversammlung 1999 folgende Entschließung: | ||||||||||||||||
Entschließung der Mitgliederversammlung des Pfälzerwaldvereins e. V. , Ortsgruppe Frankfurt am Main verabschiedet am 17.01.1999 im Bürgerhaus zu Frankfurt am Main - Harheim Der Frankfurter Stadtwald ist bedroht! Einem für hunderttausende von Menschen dieser Region wichtigen Naherholungsgebiet droht das Aus, denn der Bau der so genannten "Nordbahn" des Frankfurter Flughafens bedeutet . massiv vermehrten Schadstoffeintrag mit den bekannten negativen Folgen . unerträglichen und permanenten Lärm im ganzen Stadtwald . die Waldspielparks können praktisch nicht mehr genutzt werden . Verlust einer großen Fläche wertvollen Bannwaldes . Vernichtung seltener Tierbestände im Schwanheimer Wald . Vernichtung des wichtigsten Frankfurter Trinkwassergewinnungsgebietes Dazu kommt als indirekte Folge die noch stärkere Belastung der ohnehin heute bereits an den Wochenenden völlig überforderten Erholungseinrichtungen im Naturpark Hochtaunus, wohin notgedrungen Zehntausende von Menschen zusätzlich ausweichen werden. Weitere Schädigungen für die ohnehin bereits schwer angeschlagenen Naturräume in Hochtaunus werden nicht ausbleiben. Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die zu erwartenden Auswirkungen auf die Wohn- und Lebensqualität sowie auf die Situation an den Arbeitsplätzen in den südlichen Stadtteilen und den Nachbargemeinden, die zu erheblichen sozialen Umschichtungen und zu materiellen wie ideellen Einbußen wie auch zu Gesundheitsschäden führen müssen. Seit seiner Gründung im Jahre 1903 setzt sich der Pfälzerwaldverein stets für die Erhaltung einer menschenwürdigen Umwelt, für den Schutz der Natur und für die Erhaltung lebensErholungsräume ein. Die Ortsgruppe Frankfurt ist der Ansicht, dass durch den Bau einer Landebahn im Schwanheimer Wald, einem Teil des Frankfurter Bannwaldes, aus vielerlei Gründen schwerer und nie wieder heilbarer Schaden angerichtet wird. Wenn Politiker eine solche Maßnahme dennoch unterstützen, so können sie sich nicht darauf berufen, es nicht besser gewusst zu haben, denn der Regierungspräsident in Darmhat im Jahre 1993 weite Teile des Frankfurter Stadtwaldes auf einstimmigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zum Bannwald erklärt. Nach §22 Abs. 2 des Hess. Forstgesetzes heißt es, dass ein Wald nur dann zum Bannwald erklärt werden darf, soweit er wegen seiner besonderen Bedeutung für das Gemeinwohl unersetzlich ist. An dieser Einschätzung kann sich innerhalb der letzten fünf Jahre wohl nichts geändert haben! Eine Zustimmung zum Bau der Nordbahn und damit zur Bannwaldvernichtung würde demnach heißen, bewusst die Zerstörung eines für das Gemeinwohl unersetzlichen Naturraumes in Kauf zu nehmen. Wir fragen die Politiker in Frankfurt und Hessen: Wie wollen Sie dies gegenüber den heranwachsenden und späteren Generationen verantworten? | ||||||||||||||||