PWV-Hauptversammlung am 19. März in Kusel

Bei der von der Ortsgruppe Theisbergstegen ausgerichteten Versammlung war der PWV Frankfurt durch die 1. Vorsitzende Ilse Steinhäußer und die 2. Vorsitzende Gabriele Wenderoth vertreten.
Wegen der am 26. Juni in Straßburg stattfindenden Hauptwanderung war auch der Vogesenclub mit einer Delegation anwesend. Da wir ja an dieser Hauptwanderung teilnehmen, wurden die von den französischen Wanderfreunden mitgebrachten Informationen dankbar aufgenommen.
Der scheidende Hauptvorsitzende Rainer Rund zog in einer langen Rede Bilanz und nahm eine Standortbestimmung es PWV vor. Aufgrund der mangelnden Bereitschaft in unserer Gesellschaft, noch Ehrenämter zu übernehmen, sieht nicht nur Rainer Rund besorgt in die Zukunft des Vereins. Die Annehmlichkeiten, wie Hüttenbetrieb und Wegemarkierungen, werden von der Öffentlichkeit gerne wahrgenommen, aber kaum jemand ist noch bereit, Dienst für die Allgemeinheit zu leisten.
Seit Mitte der 90er Jahre, als der PWV mit 240 Ortsgruppen einen Höhepunkt erreichte, ist eine Abnahme zu verzeichnen. Auch 2004 mussten wieder zwei Ortsgruppen aufgelöst werden, nicht weil keine Mitglieder mehr da waren, aber niemand stand für die ehrenamtliche Vereinsarbeit zur Verfügung. Rund befürchtet, dass die Anzahl unserer Ortsgruppen, derzeit noch 232, in den nächsten 20 Jahren bis auf 200 zurück gehen wird.
Der Verein braucht wieder mehr Persönlichkeiten, die im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben stehen, die Jugenarbeit braucht Unterstützung, wir müssen Fuß fassen in Kindergärten und Schulen, so der Appell des scheidenden Hauptvorsitzenden.
Zwar steigt die Anzahl der angebotenen Wanderungen immer noch an, aber dies täuscht nur eine günstige Entwicklung vor. Die Teilnehmerzahlen und besonders die gewanderten Strecken verringern sich. Rund unterstützt daher Hauptwanderwart Scherer in seinen Bemühungen, das Nordic Walking als neue Sparte des Vereins aufzubauen.
Große Sorgen bereitet das "Herz des Vereins", die zahlreichen bewirtschafteten Wanderhütten. Immer mehr Ortsgruppen müssen die Bewirtschaftung aufgeben oder die Hütten an gewerbliche Wirte übertragen, denn für die ehrenamtliche Bewirtschaftung findet sich so gut wie kein Nachwuchs. Mit den Hütten stirbt aber auch ein Stück Identität des Vereins und ein Markenzeichen des Pfälzerwaldes. Es bleibt die Hoffnung, dass doch wieder hie und da Mitglieder für diesen Dienst an der Gemeinschaft erwärmt werden können.
Für die Zukunft wünscht sich Rainer Rund eine bessere Instandhaltung der Wandertafeln an Bahnhöfen und anderen zentralen Punkten. Er selbst sieht seine Kraft und seinen Einfluss zunehmend schwinden, weshalb er die Verantwortung in andere Hände übergeben möchte. Als Haupterfolge seiner Amtszeit sieht Rainer Rund die neue Hauptgeschäftsstelle, die Gründung der beiden Vereinsstiftungen, die Patentierung der PWV-Wegemarkierungen und die Erhaltung der Hauptwanderwege, die beständige Freundschaft mit dem Vogesenclub und die Feiern zum hundertjährigen Vereinsbestehen.
Auch die Ortsgruppe Frankfurt denkt an die 13 Jahre mit Rainer Rund als Hauptvorsitzendem gerne zurück. Herr Rund hatte stets ein freundliches Wort für uns und unsere Anliegen und er hat den Verein würdig und erfolgreich geführt und repäsentiert. Wir wünschen Herrn Rund noch viele schöne Wanderungen  und hoffen, dass er dem PWV weiterhin verbunden bleibt.

Im Anschluss an das Referat von Herrn Rund fand die Neuwahl des Hauptvorsitzenden statt. Einstimmig gewählt wurde der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Herr Dr. Klaus Weichel. Dies ist die Nachfolgebehörde des früheren Regierungspräsidiums. Somit wird die Tradition fortgesetzt, dass der "Regierungspräsident" den PWV unter seine Fittiche nimmt. Mit Dr. Weichel aus Kaiserslautern  wird - was selten in der Vereinsgeschichte war - ein Westpfälzer PWV-Hauptvorsitzender. Von Hause aus Ökologe, scheint er für dieses Amt prädestiniert. Wir hoffen, dass Dr. Weichel die richtigen Strategien für eine erfolgreiche Vereinszukunft findet und uns genauso gewogen sein wird, wie das bei seinem Vorgänger der Fall war. Wir wünschen ihm eine glückliche Hand bei allen notwendigen Entscheidungen. Eines der ersten Konfliktfelder, die es zu lösen gilt, dürfte der Verlauf unserer Fernwanderwege im Bereich der Biosphären-Kernzonen sein. Hier gilt es, mit dem Forst gemeinsam zu vernünftigen Vereinbarungen zu kommen.
Bildname

Der alte und der neue PWV-Hauptvorsitzende:
Rainer Rund (links) und Dr. Klaus Weichel (rechts).
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