„Katastrophe für den Mensch, nicht für die Natur Vor 15 Jahren verwüsteten mehrere Orkane die Wälder der Region Am 3. Februar 1990 mähte ein Sturm in den Wäldern Homburg, Bexbach und Kirkel Hundertausende von Bäumen um. Die Schneisen sind heute noch zu erkennen. Langsam wächst der Wald nach. Homburg/Bexbach/Kirkel. Herta, Vivian und Wiebke lauteten unter anderem die Namen des Deutschen Wetterdienstes für die Orkantiefs, die vom 25. Januar bis zum 1. März über Südwestdeutschland zogen. Heute vor 15 Jahren, es war ein Samstag, veränderte sich das Bild der Wälder auf Jahrzehnte hinaus, als gegen Abend ein Orkantief Sturmböen in der Spitze bis zu knapp 200 Kilometer pro Stunde brachte. Viele werden sich noch an das stundenlang anhaltende Heulen des Windes erinnern. Wolfgang Hausknecht, 71, damals Leiter des Forstamtes Homburg, erinnert sich noch lebhaft an die „mit Sicherheit größte Herausforderung meiner beruflichen Laufbahn. „Als wir nach diesem Sturm am 3. Februar zum ersten Mal den Wald betraten, habe ich gedacht, unser Forstrevier wäre völlig dahin. Erst nach einigen Tagen zeigte sich, dass doch noch ein großer Teil der Bestände erhalten waren, erzählt Forstdirektor Hausknecht, der seit 1999 im Ruhestand ist. An jenem 3. Februar sei er mit seinen Leuten unter anderem zum Erbacher Bahnhaus gerufen worden, wo die Bewohner von umgestürzten Bäumen eingeschlossen waren. Die Schäden durch den ersten schweren Sturm, dem am 25. Februar und vor allem in der Nacht vom 28. Februar auf den ersten März noch weitere ebenso starke folgen sollten, seien zunächst unüberschaubar gewesen: „Im damaligen Revier Homburg sind etwa 180000 Kubikmeter Holz gefallen. Das sind Hunderttausende von Bäumen. Das kann man nur schätzen, betont der Förster. Vor allem im Bereich Kaninchenberg und Wackenberg zwischen Jägersburg und Reiskirchen, im Wald zwischen Kleinottweiler und Jägersburg, im Kirkeler Wald und auf dem Höcherberg seien die Schneisen besonders groß gewesen. „Während bei Jägersburg und Kleinottweiler vor allem Fichten und Kiefern betroffen waren, fielen bei Höchen auch gestandene Laubbäume wie Buchen und Eichen. „Für uns Menschen war das natürlich eine Katastrophe, für die Natur nicht, reflektiert der Förster über die die Auswirkungen der Sturmserie. „Es ist ein Wunder, das in den Wäldern niemand zu Schaden kam. Vor allem die Waldarbeiter und die Feuerwehrleute waren gefährdet, da viele umgeworfene Bäume noch so unter Spannung standen, dass die Stämme platzen konnten. Die Bevölkerung habe sich damals vernünftig und rücksichtsvoll verhalten und die Warnungen von Forst und Feuerwehren beherzigt. Die Natur habe das Unwetter auf ihre Art verarbeitet und sich weiter ihren Weg gesucht - natürlich mit Unterstützung der Forstarbeiter. Zum Teil waren damals hochmoderne Harvester-Holzverarbeitungs-Fahrzeuge aus Schweden und Finnland im Einsatz, zum Beispiel auf dem Kaninchenberg. 15 Jahre später stehe dort wieder Wald, erklärt Forstdirektor Hausknecht, „auch wenn man ihn noch nicht so wahrnehme. Dort, wo früher vornehmlich Kiefern und Fichten standen wachsen jetzt viele Laubbäume heran. „Die Eichen wachsen nicht so schnell und sind derzeit immer noch von Sträuchern überlagert, unterstreicht der damalige Forstamtschef. dh Hintergrund Die Orkanserie 1990 brachte Windgeschwindigkeiten zwischen 120 und 200 Kilometern in der Stunde. Schon bei 140 Kilometern pro Stunde falle, so die Meteorologen, jede Baumart. „Normal sind in der Spitze in unseren Regionen Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h . dh (Pfälzischer Merkur vom 04. Februar 2005) | ||||||||